G E R M A R I N G E N  mit allen Ortsteilen

 

Frühstück 60+  in 2015 

  

 

 

   

Marlene Nieberle beim Vortrag

 

 

Marlene Nieberle zu Gast beim Frühstück am 27. Januar: Passend für die fünfte Jahreszeit war Marlene bereit, aus ihrem Fundus von Anekdoten und lustigen Dichtungen einige Geschichten  vorzutragen. Die Besucher belohnten sie für ihre schwäbischen Wortschöpfungen mit einem  herzlichen Applaus.

Wir alle können uns nur der Zwischenruferin

anschließen: „Marlene, Du warst Spitze!“ 

Offenbar hat der Auftritt vor den Senioren auch ihr Spaß

gemacht, denn sie freut sich schon darauf, wieder

einmal bei uns aus ihrem  Repertoire vorzulesen.

Dieses Angebot nehmen wir natürlich dankbar an.

Marlene: herzlichen Dank für Deinen Vortrag !

 

Der Dank gilt auch den neu zu unserem Frühstücksteam gestoßenen Helferinnen: der Irmgard und der Renate. Ebenso auch allen Gästen, die durch ihre Spende es erst ermöglichen, ein abwechslungsreiches Büffet zu präsentieren.

Aufräumen nach dem Frühstück 60+

 

Text: Erwin Britzger, Fotos: Josef Währinger, Wolfgang Pfisterer

 

 

Am 24. Februar  war Frühstück mit dem Thema „Sicherheit bei Haustürgeschäften“. 

   

Polizeimeister Michael Schneider

Mit den Fragen zur Sicherheit der Senioren bei Haustürgeschäften beschäftigte sich der pensionierte Polizeimeister Michael Schneider. Gerade ältere Menschen passen besonders in die Zielgruppe von Ganoven: sie haben erspartes Geld, sie sind oft alleine, sie hören und sehen nicht mehr so gut und sie sind arglos. Diese Arglosigkeit machte sich in jüngster Zeit in unserer näheren Umgebung auch eine Bande mit dem Enkeltrick zu Nutze. Da ruft ein angeblicher Enkel an, der dringend sofort Geld braucht, dann aber doch nicht selber kommen kann, sondern einen Freund vorbeischickt. Wer dem Geld gibt, sieht es sicher nie wieder.

In kurzen Filmsequenzen demonstrierte er, welche Tricks von Trickdieben angewendet werden, um in die Wohnung von Senioren zu gelangen und sie dort auszuplündern. Das Fazit seiner Ausführungen war die Erkenntnis, dass in jedem Fall verhindert werden muss, dass Fremde in die Wohnung gelangen. Er rät dringend dazu, an der Wohnungstür eine Sicherung anzubringen, damit sich beim Öffnen niemand in die Wohnung drängen kann.

Größte Vorsicht ist auch angebracht, wenn es um den Abschluss von Verträgen geht, die an der Haustüre abgeschlossen werden. Durch das Zurückdatieren um zwei Wochen bringt man den Kunden dabei um das Widerrufsrecht.

Die Intention der Ausführungen zielte nicht darauf ab, älteren Menschen Angst zu machen, sondern sie für die Gefahren zu sensibilisieren, damit sie sich bei eventuellen Betrugsversuchen zu wehren wissen.

Vielen Dank an Dich; Michael und wir vertrauen darauf, dass Du Deinen angekündigten weiteren Besuch auch bald wahrnimmst.

 

Text: Erwin Britzger / Foto: Josef Währinger

 

 

Am 24. März stand das Frühstück unter dem Thema „Wir singen im Frühling“. Maria Miller begleitet die Frühstücksgruppe mit vertrauten Frühlingsweisen

Ostergesteck von Linde Kießling

Maria Miller am Piano

Für einen beschwingten Beginn in das Frühjahr sorgte Maria Miller mit beliebten und bekannten Liedern. Die Senioren ließen sich gerne anstecken und sangen freudig mit. Wenn sich auch bei manchen Melodien gewisse Unsicherheiten in den Terzen und Quinten offenbarten, so gingen die Strophen doch sehr zu Herzen, besonders wenn solche Texte gesungen werden durften: „Ich bin nicht alt geworden, ich bin noch allzeit jung“. Solche Aussagen mundeten fast noch besser als das voran gegangene Frühstück.

Übrigens: Es ist mit Maria Miller noch nicht abschließend geklärt, ob sie nicht aus unserer Seniorengruppe einen Chor bilden möchte. Herzlichen Dank an Dich, liebe Maria und wir freuen uns schon darauf, dass Du unsere Sangesfreude weiter belebst.

 

Text: Erwin Britzger / Fotos: Josef Währinger

 


Am 28. April war Frühstück mit unserem H.H. Pfarrer Dr. Joachim Gaida.

Groß war unsere Freude, beim Frühstück auch unseren Seelsorger willkommen heißen zu dürfen. Traditionsgemäß hatten wir bisher unser Frühstück mit einem kurzen – sehr kurzen – Gebet begonnen, unser Bedürfnis nach spiritueller Bereicherung war aber dadurch noch nicht hinreichend befriedigt.

Unser Geistlicher hatte sich nach seinem Bekenntnis lange Gedanken gemacht, worüber er zu uns sprechen sollte. Seine Idee, uns in die Hintergründe des „Vater unser“ einzuführen, hat uns alle tief bewegt. Ausgehend von den Gepflogenheiten des Urchristentums, als erst Getaufte dieses Gebet sprechen durften, bis zu der absoluten Einzigartigkeit der christlichen Religion, Gott als Vater anzusprechen, führte er uns in die Geheimnisse der sieben Bitten dieses Gebetes ein.

 

Vortrag von H.H. Pfarrer Dr. Joachim Gaida

 

Beeindruckend war, als er uns berichtete, wie er zufällig im Tannheimer Tal den „Vater unser“–Weg entdeckte. Er ging ihn beim ersten Mal in umgekehrter Richtung. Zur Vorbereitung seines Besuches bei uns war er den Weg noch einmal gegangen und hatte uns aus einem Infokasten die Aufbereitung dieses Gebetes in den einzelnen Stationen mitgebracht und für uns kopiert. Zum Abschluss seiner Ausführungen beteten wir alle gemeinsam das Gebet des Herrn.

Vielen herzlichen Dank an Sie, Herr Pfarrer und gleich eine Einladung, mit uns diesen Pfad gemeinsam zu gehen. Wir hätten nicht gedacht, dass Sie uns außer dem Gebet auch eine Wanderanregung mitgeben – Spitze !

 

Text: Erwin Britzger / Foto: Josef Währinger

 

 

Am 27. Mai war Bertlies Adler beim Frühstück. Ein Hauch von Frühling kam mit dem Vortrag von Berlies Adler, der „Kräuterfrau“ aus Ingenried, nach dem Frühstück zu uns. Schon mit dem ersten Bild, einem Gänseblümchen, verstand sie es, Glücksgefühle zu verbreiten. Ihr Geheimrezept, ein paar solcher Blümchen in den Hosensack zu stecken, belegte sie aus ihrer Erfahrung nach einem Unfall bei einer ihrer Führungen.

 

Vortrag von Berlies Adler

 

Glücksgefühle bei unseren Senioren verbreitete sie aber unbewusst durch ihre Mundart in schönstem Allgäuer Dialekt. Ob sie nun Pfarrer Kneipp zitierte, auf Hildegard von Bingen einging oder die heilsame Wirkung von Wildkräutern erläuterte, die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Besucher war ihr sicher. Sie weckte in uns die Neugier, die Wirkungen von Wildkräutern aus unserer unmittelbaren Umgebung zu erproben und für die gesunde Küche nutzbar zu machen.

 

Bergwiese mit Kräutern

 

Besonders wichtig ist es ihr, den Senioren bei ihren Altersbeschwerden Anregungen mitzugeben, wie sie das Potential der Wildkräuter für sich ausschöpfen können. Die Resonanz auf ihren Vortrag war so positiv, dass wir sie sofort auch für einen Vortrag im Herbst gewinnen konnten. Da wird sie uns von Wildfrüchten und ihren wohltuenden Anwendungsformen und Wirkungen erzählen.

Es soll sich künftig niemand wundern, wenn Senioren neuerdings Rotklee und Gänseblümchen kauend von einer Wanderung zurückkehren.


Text: Erwin Britzger / Fotos: Josef Währinger, Wolfgang Pfisterer

 

 

Am 23. Juni war Frühstück mit unserer Landrätin in der Schule:

Mit großer Freude wurde unsere Landrätin von den Besuchern des Frühstücks in der Schulaula begrüßt. Frau Zinnecker bedankte sich für die Einladung zu diesem Termin und stellte anerkennend fest, dass dieses Zusammenwirken von Schülern und Senioren allen Mitwirkenden Spaß macht und ihre Erfahrung bereichert. Auch der Rektor der Schule, Josef Kreuzer, hieß sie herzlich willkommen und freute sich auf die Darbietungen der Kinder der ersten Klasse.

 

Lieder von der 1. Klasse

 

   

Joachim Jung am E-Piano

 

Sie empfingen die Gäste mit einem herzlichen „Hallo“ und nahmen sie mit auf eine Reise nach Mexiko. So weit ging die Reise dann doch nicht, sondern nur zum Büffet, das von den Schülern der achten Klasse bestens vorbereitet war. Die Leiterin des Projektes Lehrerin Frau Marianne Rauch hatte mit Unterstützung ihrer Kollegin die Schüler motiviert, ein zauberhaftes Frühstück zu gestalten. Die Senioren dankten es den Schülern mit einer großzügigen Spende.

 

 

 

Frühstück in der Cafeteria

 

Musiklehrer Joachim Jung wartete nach dem Frühstück noch mit weiteren Darbietungen seiner Schüler auf: einer Tanzgruppe, einem Gesangsduo und einem Terzett mit 2 Klarinetten und Klavier. Allen Schülern und Lehrern, dies sich für das Frühstück eingebracht haben, gilt der Dank der Senioren.

 

Tanzgruppe

 

Frau Zinnecker hat mit ihrem Besuch gezeigt, dass sie die Aktivität der Gruppe 60+ schätzt und anerkennt.

 

Text: Erwin Britzger / Fotos: Wolfgang Pfisterer

 

 

   

Frau Bertlies Adler beim Vortrag

Am 22. September war Frühstück mit Tipps für unsere Gesundheit von Bertlies Adler:

Der Herbst hielt Einzug beim Frühstück von 60+. Bertlies Adler, die Phytotherapeutin vom Kräuterhof aus Ingenried, zeigte uns in ihrem Vortrag die Früchte des Herbstes. Zuerst brachte sie uns alle in Verlegenheit mit ihren Fragen: Wer hat schon mal diese Frucht probiert? Oder: Wo kann man in Germaringen diese Beeren finden? An Hand der Bilder von Hagebutte, Schlehe, Eberesche, Weißdorn, Berberitze oder Holunder ging sieauf ihre heilende Wirkung für unser Wohlergehen ein.

 

Wer von den Senioren hat nicht mit Erkältung, Blutdruck, Blasen-, Nieren-, Herz- oder Magenproblemen zu kämpfen? Für alle diese Beschwerden ist ein Kraut oder eine Beere gewachsen und Bertlies Adler brachte uns alte, bewährte und überlieferte Heilmethoden wieder in Erinnerung. Sie beließ es aber nicht bei guten Ratschlägen, sondern ermunterte die Wanderer bei ihren Exkursionen, den Blick in die Hecken zu richten und sich für den Winter mit den Köstlichkeiten der Natur einzudecken. Josef Währinger erhielt den Sonderauftrag, das Thema „Gesund mit Wildfrüchten“ im Auge zu behalten und Wanderungen entsprechend auszurichten.

 

 

 

   

Frau Sabrina Schuster
 

Frau Sabrina Schuster, die Nachfolgerin von Herrn Alexander Zoller, erhielt die Gelegenheit, sich als neue Seniorenbeauftragte des Landkreises vorzustellen. Wir sind ihr dankbar, dass sie unsere Einladung spontan angenommen hat und sich ein Bild von der Seniorenarbeit in Germaringen machen wollte. Wir wünschen ihr für ihr schwieriges und anspruchsvolles Aufgabenfeld einen guten Start und viel Erfolg. Ihre Dienste und ihre Unterstützung wollen auch wir gerne in Anspruch nehmen.

 

 

Text: Erwin Britzger / Fotos: Josef Währinger

 

 

Beim Frühstück am 27. Oktober ging es um die Frage: Was war damals am Kriegsende im Steinhölzle ?

Die Frage nach den Gründen für die Entstehung des jüdischen Friedhofs in der Nähe des Pflegeheims in Steinholz beschäftigte schon die Wandergruppe 60+. Beim Frühstück konnte unser Ehrenbürger Josef Kreuzer darüber Aufklärung bieten. Sein Vater war Jäger und konnte beobachten, wie im Jahre 1944 ein Außenlager des KZ Dachau in der Flur „Steinhölzle“ angelegt und anschließend mit jüdischen und weiteren Häftlingen belegt wurde. Seine Beobachtungen von den ausgehungerten und abgemagerten Gefangenen veranlassten ihn, Brotscheiben und Äpfel durch den streng bewachten Zaun zu schieben. Josef fragte seinen Vater, warum er das Brot so seltsam schneide, wurde aber abgewiesen mit den Worten: “Bub, das verstehst du nicht“. Seine Kenntnisse speisen sich heute aus der Lektüre der Ortschronik von Mauerstetten mit seinem Ortsteil Steinholz und aus der Begegnung mit einem überlebenden jüdischen Häftling aus Preßburg (heute Bratislava). Der wurde damals als 15-jähriger Bub verschleppt, und kehrte vor einigen Jahren zu einem Besuch zurück, um seinem Sohn die Stätte seines Martyriums zu zeigen. Josef Kreuzer kann sich heute noch erinnern, wie nach dem Krieg das Lager verfiel und abgebaut wurde. Nach der Vertreibung der Sudetendeutschen wurde das Gebiet des Lagers mit Vertriebenen wieder besiedelt und aufgebaut. Aus dem Flurnamen „Steinhölzle“ wurde der Ortsteil „Steinholz“ geschaffen.

Die Frühstücksgruppe 60+ ist dem Zeitzeugen Josef Kreuzer sehr dankbar, dass er sich spontan bereit erklärte, den Neubürgern Aufklärung über die Geschichte in unmittelbarer Nachbarschaft anzubieten. Wir hoffen, dass in seinem Fundus noch weitere Schätze lagern, die er uns nicht vorenthalten will.

 

Erwin Britzger

 

 

Beim Frühstück am 24. November beschäftigte uns das Thema „Palliativmedizin“. Frau Dr. Sonja Burkart von der Palliativstation des Klinikum Kaufbeuren skizzierte für die Senioren von 60+ ein Bild von der Palliativmedizin, das uns die Angst nahm vor diesem Streckenabschnitt des Lebens. Wichtig war ihr zu vermitteln, dass die Palliativstation in Kaufbeuren nicht eine Sterbestation ist, sondern für Patienten da ist, deren Lebenszeit durch eine unheilbare Erkrankung begrenzt ist. Die Aufgabe der Palliativmedizin besteht nun in der Erhaltung einer bestmöglichen Lebensqualität in der noch verbleibenden Zeit. Viele Patienten werden nach der Behandlung nach Hause oder in eine pflegende Einrichtung verwiesen.

 

 

Frau Dr. Sonja Burkart beim Frühstück 60+

 

In acht Einzelzimmern in geschützter und wohnlich-familiärer Atmosphäre werden Patienten betreut. Die ganzheitliche Behandlung berücksichtigt nicht nur die körperlichen Beschwerden, sondern spricht auch die seelischen und spirituellen Bedürfnisse an. Zur Behandlung gehören eine vielseitige Schmerztherapie, eine Linderung von Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, eine Bekämpfung von Appetitlosigkeit, Atemnot Unruhe und Angst. Die individuelle Pflege beinhaltet auch eine psychologische und soziale Beratung. Auch an die Angehörigen wird gedacht. Hier ist der Einsatz von ehrenamtlichen Hospizhelfern gefragt, die menschliche Zuwendung, Lebensbeistand, Sterbe- und Trauerbegleitung vermitteln. Bei Bedarf wird zusätzlich seelsorgerische Betreuung angeboten.

Josef Währinger wollte wissen, wie weit die Pläne für den Aufbau einer mobilen Palliativstation gediehen sind. Frau Dr. Burkart führte aus, dass diese geplante medizinische Versorgung bei geeignetem familiärem Umfeld anfangs des neuen Jahres starten wird, die Arbeit im Klinikum wird davon aber nicht berührt. Das größte Lob für ihre Ausführungen kam wohl von einer Seniorin, die von Sorgen befreit äußerte: „Was bin ich froh, dass ich diesen Vortrag gehört habe“.

Vielen herzlichen Dank an die Referentin, die dieses sensible Thema in ansprechender Weise herüber bringen konnte.

 

Gute Stimmung nach dem Frühstück 60+

 

Text: Erwin Britzger, Fotos: Wolfgang Pfisterer