G E R M A R I N G E N  mit allen Ortsteilen

 

Frühstück 60+  in 2016

 

Beim Frühstück am 23. Januar ging es um Sitten und Gebräuchen aus der Bukowina. Linde Kießling ist es mit ihrem Vortrag gelungen, uns Senioren mitzunehmen auf eine Zeitreise in ihre Vergangenheit und die Kultur ihrer Vorfahren. Gerade ihre persönliche Geschichte, ihre Umsiedlung als kleines Mädchen nach Breslau, dann nach Posen und schließlich ihre Flucht vor der Ostfront auf einem Pferdekarren ins Rheinland hat sie zwar kaum noch in Erinnerung, hat sie aber wesentlich mitgeprägt.

Landkarte mit der Bukowina

Trachten aus der Bukowina

Als junge Studentin der Pädagogik wurde ihr die Aufgabe anvertraut, als Zulassungsarbeit die Sitten und Gebräuche ihrer verlorenen Heimat zu erforschen. Das war keine einfache Aufgabe, denn die Bewohner ihres Ortes waren in ganz Deutschland verstreut. Dennoch konnte sie eine reichhaltige Arbeit verfassen und auch Relikte ihrer Kultur sammeln. Besonders bewunderten die Besucher eine gehäkelte Tischdecke, die auf einem alten Originalbild zu sehen war, und die sie in Natura mitgebracht hatte. Auch die kunstvoll bemalten Ostereier erregten höchste Bewunderung. In ihrem Vortrag ging sie auch auf die Deutung von Vorzeichen ein, an denen junge Mädchen ablesen konnten, wann und welcher junge Mann sie vor den Traualtar führen würde. 

Kirche in der Bukowina

Wichtig war Linde hervorzuheben, dass die Deutschen zwar umgeben waren von vielen anderen Völkerschaften, mit denen sie friedlich zusammenlebten; dass sie aber dennoch darauf achteten, ihre eigene Identität zu wahren. So wurden gerade diese Deutschen zum Bewahrer alten deutschen Brauchtums und auch Liedguts. Obwohl man Linde anmerkt, wie viel Herzblut sie mit ihrer alten Heimat, der Bukowina, noch verbindet, so sagt sie, dass ihre Heimat jetzt da ist, wo sie gut aufgenommen wird: in Germaringen bei 60+.

Ihre Verbundenheit mit 60+ drückt sie auch regelmäßig dadurch aus, dass sie die Tische jahreszeitlich passend dekoriert. Bei diesem Frühstück waren sie besonders liebevoll gestaltet. Ein herzlicher Dank an Dich, liebe Linde !

Erwin Britzger

 

Am 23. Februar war „Demenz- Alzheimer“ ein Thema beim Frühstück. Frau Marianne Baur, die Pflegedienstleiterin des Heinzelmannstifts in Kaufbeuren, kam der Einladung zu einem Vortrag über die Demenzerkrankung gerne nach. Um uns gleich die Angst etwas zu nehmen, selbst davon betroffen zu sein, stellte sie uns den Themenkreis Demenz vereinfacht vor: „Wer seine Schlüssel verlegt und sie nicht mehr findet, hat keine Demenz. Wer seine Schlüssel findet und nicht mehr weiß, wozu er sie braucht, ist erkrankt“.

Zu Beginn ist die Alzheimererkrankung oder die Altersdemenz für den Betroffenen eine schwere psychische Belastung. Er bemerkt sein Fehlverhalten und schämt sich dessen. Um die Defizite zu vertuschen, versucht er sie anderen „in die Schuhe“ zu schieben. Er wird ungehalten und aggressiv. Das alles ist Ausdruck von Hilflosigkeit und Frustration. Was ist da zu tun? Frau Baur rät hier dringend, einen Arzt aufzusuchen, am besten einen Neurologen. Mit einer medikamentösen Therapie ist es möglich, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität länger zu erhalten. Heilbar ist diese Krankheit bisher nicht.

Professionelle Hilfe braucht aber nicht nur der Erkrankte, sondern auch der betroffene Angehörige. Ihr war es wichtig, uns Handlungsfelder vorzustellen, wie wir mit erkrankten Angehörigen umgehen sollten. Die Verständigung klappt besser, wenn man den Erkrankten mit Namen anspricht, wenn man langsam spricht und ihn anschaut, wenn man kurze Sätze bildet, wenn man keine Entscheidung verlangt. Auch mit Musik oder Singen ist das Wohlbefinden zu steigern. Ganz wesentlich legte sie aber uns ans Herz, auch schon zur Vorbeugung gegen diese Erkrankung täglich Sport zu betreiben, soziale Kontakte zu pflegen und sich geistig zu aktivieren.

Ganz nebenbei von mir bemerkt: alle diese Aktivitäten können Sie bei der Gruppe 60+ praktizieren. Sie können beim wöchentlichen Wandern mitgehen und sich über die Wanderziele unseres „prophylaktischen Bewegungstherapeuten“ Josef Währinger freuen oder seine eingeplanten „Schikanen“ bewundern. Sie können zum Frühstück kommen und soziale Kontakte pflegen oder Sie können sich im weiten Spektrum der Seniorenarbeit kreativ einbringen.

Der überaus gute Besuch offenbart die Brisanz dieses Themas. Die Gäste waren begeistert von dem Vortrag und der verständlichen Darbietung. Ein herzlicher Dank an Sie, Frau Baur. Danke auch für das Angebot, Ihre Hilfe zur Beratung in Anspruch nehmen zu dürfen, falls sie erforderlich wird.

Erwin Britzger

 

Beim Frühstück am 22. März erläuterte Josef Währinger die Notwendigkeit der Sanierung und Restaurierung der Wendelins-Kirche. Anhand von Folien aus dem Gutachten der Architekten konnte er viele Probleme aufzeigen. Mit seinen eigenen Fotos hat er die besondere Schönheit und Bedeutung unserer Kirche dargestellt. Im folgenden werden die Bilder aus dem Vortrag gezeigt. Der ganze Vortrag steht im Archiv unter "Wendelins-Kirche".

Wendelins-Kirche, gemalt von Linde Kießling

Christus als Guter Hirte

Speisung der 5000 

 

Innenraum an Ostern

 

Lateinischer Text am Chorbogen: Ich werde euch alles Gute geben“

 

Das Abendmahl

Die Kelter tretender Engel

Text: Wolfgang Pfisterer  /  Fotos: Josef Währinger + Wolfgang Pfisterer

Nachtrag: 

Die Wendelinskirche ist jetzt schon eingerüstet – die Sanierung hat begonnen !

Wendelins-Kirche, aussen eingerüstet

Wendelins-Kirche, innen eingerüstet

Fotos: Wolfgang Pfisterer

 

Frühstück am 27. April: Germaringer Schüler laden die Senioren zum Frühstück ein. Eine muntere Schar von freundlichen Buben und Mädchen aus dem Hauswirtschaftszweig der Mittelschule hatte sich intensiv auf den Besuch der Senioren 60+ vorbereitet. So reichhaltig wie sie den Frühstückstisch gestaltet hatten, verführte er die Gäste zu einem üppigen Mahl.

freundliche Mädchen und Buben aus dem Hauswirtschaftszweig

Dennoch brauchte niemand zu fürchten, dass seine Cholesterinwerte übermäßig anstiegen, da die angebotenen Speisen sowohl farblich eine Augenweide darstellten als auch inhaltlich sehr vitaminreich zubereitet waren. Das gesamte Angebot spiegelte deutlich die Handschrift ihrer Lehrerinnen wider, die ihren anvertrauten Schülern ein ausgewogenes und gesundheitsbewusstes Essverhalten ans Herz legen.

das reichhaltige Büfett

Ein besonderer Genuss war für die Gäste der Nachtisch nach dem Frühstück. Der Dank für die Mühe und Arbeit geht an die Lehrerinnen, Frau Andrea Biechele und Frau Magdalena Mosig. Wir verbinden natürlich diesen Dank mit der Hoffnung, auch in den kommenden Jahren wieder in den Genuss eines so geglückten Frühstückserlebnisses zu kommen.

Joachim Jung mit seinen Schülern

Der Willkommensgruß der Kinder aus der Klasse 2a und ihre Lieder von Flöhen und Frühjahrsgefühlen begeisterten die Besucher zum Mitklatschen und Mitsingen. Gerade diese Vorstellung von Kindern kommt bei den Senioren immer gut an.

die Senioren 60+ beim Zuhören und Mitklatschen

Herzlichen Dank an Dich, lieber Achim und an alle Kinder, die zum Gelingen beigetragen haben.

Text: Erwin Britzger / Fotos: Josef Währinger